Deutschlands Energiewende braucht große Ideen – und Projekte, die den Mut haben, neue Wege zu
gehen. Der Sonnenpark Halenbeck-Rohlsdorf in Brandenburg gehört zweifellos dazu. Mit einer
Leistung von rund 230 MWp, etwa 400.000 installierten Solarmodulen und einer Gesamtfläche von
rund 200 Hektar zählt er zu den größten Solarparks Deutschlands. Besonders bemerkenswert: Der
Park wurde weitgehend ohne staatliche Fördermittel realisiert und finanziert sich über langfristige
Stromabnahmeverträge (Power Purchase Agreements, PPA).

Foto: pvx energy
Doch das Projekt steht nicht nur für saubere Energie. Es zeigt auch, wie moderne Energieinfrastruktur
künftig aussehen könnte – intelligent vernetzt, hochverfügbar und bereit für die Integration von
Energiespeichern und Wasserstofftechnologien.
Strom für die Wasserstoffwirtschaft
Ein Großteil des erzeugten Solarstroms wird über langfristige Lieferverträge für industrielle
Anwendungen bereitgestellt. Zu den Abnehmern gehört auch ein globaler Energieversorger, der die
Energie für die Produktion von grünem Wasserstoff nutzen will. Damit verbindet das Projekt zwei
zentrale Bausteine der Energiewende: erneuerbare Stromerzeugung und die Dekarbonisierung
energieintensiver Prozesse.

Foto: pvx energy
Projekte wie dieses zeigen, wohin sich die Energieversorgung entwickelt: größer, vernetzter und
deutlich komplexer. Grüner Wasserstoff gilt als wichtiger Energieträger für Anwendungen, die sich
nicht direkt elektrifizieren lassen – etwa in der Chemieindustrie, bei Raffinerien oder in Teilen des
Schwerlastverkehrs.
Groß denken – und effizient umsetzen
Nicht nur die Größe des Solarparks ist außergewöhnlich – auch die Art seiner Realisierung. pvx energy GmbH hat das Projekt von der Entwicklung und Planung über die Bauphase bis hin Inbetriebnahme maßgeblich gesteuert und koordiniert. Die Umsetzung erfolgte dabei gemeinsamit spezialisierten Fachplanern, Dienstleistern und ausführenden Partnerunternehmen.
Auch im späteren Betrieb setzt pvx energy GmbH auf effiziente Strukturen: Ein hoher
Automatisierungsgrad, digitale Prozesssteuerung und eine umfassende Fernüberwachung
ermöglichen einen effizienten und zuverlässigen Betrieb der Anlage. Das Projekt zeigt damit, wie
moderne Energieinfrastruktur auch in dieser Größenordnung mit schlanken Strukturen professionell
entwickelt, gesteuert und betrieben werden kann.
Verfügbarkeit wird zum Schlüsselfaktor
Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien rückt eine Frage immer stärker in den Fokus: Wie lässt sich
eine dauerhaft hohe Anlagenverfügbarkeit sicherstellen?
Beim Sonnenpark Halenbeck-Rohlsdorf wurde bereits die Netzanbindung entsprechend ausgelegt.
Die Einspeisung erfolgt über ein eigenes Umspannwerk mit zwei 125-MVA-Transformatoren, die an
das 110-kV-Netz angeschlossen sind. Ziel ist eine maximale Betriebssicherheit und eine hohe
Verfügbarkeit der erzeugten Energie.
Gleichzeitig sind bereits weitere Ausbaustufen geplant. Batteriespeichersysteme (BESS) sollen künftig
überschüssige Energie aufnehmen und zeitversetzt wieder ins Netz abgeben. Damit wird Solarstrom
besser vermarktbar und kann unabhängiger von den täglichen Erzeugungsspitzen genutzt werden.
Auch auf der offiziellen Projektwebsite werden Speicherlösungen als wichtiger Bestandteil der
langfristigen Ausbaustrategie genannt.
Wo DTS-Technologie ins Spiel kommt
Genau hier eröffnet sich ein vielversprechendes Einsatzfeld für faseroptische
Temperaturüberwachungssysteme wie den DTSX3000 von Yokogawa.

Je größer und komplexer Energieinfrastrukturen werden, desto wichtiger wird die kontinuierliche
Überwachung kritischer Komponenten. Mittelspannungs- und Hochspannungskabel,
Kabelverbindungen, Umspannwerke oder Batteriespeicher zählen dabei zu den besonders sensiblen
Bereichen.

Foto: pvx energy
Der DTSX3000 ermöglicht eine kontinuierliche Temperaturüberwachung über große
Entfernungen und erkennt Temperaturveränderungen entlang von Glasfaserkabeln in
Echtzeit. Das System wurde speziell für die Überwachung weitläufiger Infrastrukturen entwickelt und
deckt Messstrecken von bis zu 50 Kilometern ab. Zudem bietet es eine deutlich höhere
Messauflösung und Empfindlichkeit als frühere Generationen.
Für Projekte wie den Sonnenpark Halenbeck-Rohlsdorf ergeben sich daraus mehrere potenzielle
Anwendungsfelder:
- Temperaturüberwachung von 33-kV- und 110-kV-Kabelstrecken
- Früherkennung von Hotspots an Kabelmuffen und Verbindungen
- Bei Bedarf die Unterstützung von Real-Time Thermal Rating (RTTR) zur optimalen
Ausnutzung vorhandener Netzkapazitäten und die Überwachung von
Batteriespeichersystemen - Integration in übergeordnete Solarpark-Steuerungen, Energie- und
Netzmanagementsysteme
Insbesondere vor dem Hintergrund zunehmender Netzbelastungen und wachsender
Speicherkapazitäten kann die kontinuierliche Temperaturüberwachung helfen, Risiken frühzeitig zu
erkennen und die Betriebssicherheit weiter zu erhöhen.
Ein Blick in die Energiezukunft
Der Sonnenpark Halenbeck-Rohlsdorf ist weit mehr als ein großes Photovoltaikprojekt. Er zeigt
exemplarisch, wie erneuerbare Energien, Speichertechnologien, intelligente Netzinfrastruktur und
Wasserstoffwirtschaft zunehmend zusammenwachsen.
Für Yokogawa bietet das Projekt damit einen spannenden Ausblick auf zukünftige Einsatzfelder
moderner Sensortechnik und digitaler Überwachungslösungen. Gerade in einer Energieversorgung,
die immer dezentraler und komplexer wird, gewinnen Transparenz, Zustandsüberwachung und
datenbasierte Entscheidungen kontinuierlich an Bedeutung.
Oder anders gesagt: Die Energiewende braucht nicht nur mehr Strom aus Sonne und Wind – sie
braucht auch die Technologien, die dafür sorgen, dass dieser Strom sicher, effizient und zuverlässig
dort ankommt, wo er gebraucht wird. Genau hier kann DTS-Technologie von Yokogawa einen
wichtigen Beitrag leisten.



